Investitionen

Steine für den jüdischen Friedhof

MMag. Iris Lausch – 30.6.2026 – 15 Fotos – 16 Aufrufe

 

Die 4AD beschäftigte sich im Religionsunter­richt mit den Jenseitsvorstellungen und Trauerritualen im Judentum, Christentum und Islam. In diesem Zusammenhang besuchte die Klasse im März mit Frau Prof. Iris Lausch den Jüdischen Friedhof in Waid­ho­fen an der Thaya. Dieser wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und befindet sich gegenüber dem Kommunalfriedhof. 2021/22 wurde der Friedhof, auf dem sich über 170 Gräber befinden, saniert.

Yvaine Pichler (4AD) kam im Zuge dieses Besuchs auf die Idee, Steine zu bemalen und diese anschließend auf die Gräber zu legen. Im Judentum ist es üblich, Steine als Erinnerung an die Verstorbenen auf die Gräber zu legen. Mit dem Hinlegen der Steine wird den Verstorbenen Ehre erwiesen und den Hinterbliebenen Trost gespendet. Frau Prof. Iris Lausch nahm Kontakt mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, die Eigentümer des Friedhofs ist, auf, um sicherzustellen, dass auch bemalte Steine möglich sind. Die Klasse bekam den Hinweis, dass durch die Steine keine sichtbare Unterscheidung der Gräber untereinander hergestellt werden darf und diese der Würde des Ortes entsprechend gestaltet werden sollen. Nachdem die Klasse entschieden hatte, sie könne diese Anforderungen erfüllen, begann sie, Steine zu sammeln. Mit der Hilfe einiger Lehrkräfte hatten die Schülerinnen und Schüler die ungefähr 180 Steine schnell zusammen. Die Klasse einigte sich auf einfache Naturmotive wie eine Blume, einen Regenbogen, eine Wolke, einen Baum, ein Blatt und eine Sonne. Nach einigen wenigen Unter­richtsstunden waren die Steine fertig bemalt und bereit, auf die Gräber gelegt zu werden.

Bevor die Schülerinnen und Schüler mit Frau Prof. Iris Lausch die Steine ihrer Bestimmung zuführten, hatten sie vor Ort der Nachfahren derer gedacht, die auf dem Friedhof begraben sind und im Zuge des Zweiten Weltkrieges verfolgt und vertrieben bzw. vernichtet worden waren. Abschließend las Iris Lausch noch ein Gebet vor, das die Verbundenheit mit den am Friedhof Begrabenen ausdrückte.

»Eine sehr schöne Idee und ein guter Gedanke«, war eine Aussage, die aus dem Lehrerkollegium vermehrt zu hören war.

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