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80 Jahre Nationalsozialismus in Österreich: 7. Klassen besuchen KZ Gedenkstätte Mauthausen

Schulsprecher Johannes Römer (7C) – 6.6.2018 – 8 Fotos – 1108 Aufrufe

 

Am 4. Juni 2018 besuchten die Schüler und Schülerinnen der siebenten Klasse mit ihren Professoren Mag. Clemens Hahn und Mag. Alexander Frank die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Mauthausen. Dieser Lagerkomplex war das größte Arbeits- und Vernichtungslager auf heute österreichischem Boden zur NS-Zeit. Im Rahmen einer Führung wurden zwei Gruppen über das Gelände begleitet, welches 1945 noch zehn Mal so groß war.

Obwohl alles sehr anschaulich und ausführlich dargestellt wurde, war es quasi unmöglich nachzuvollziehen, was damals wirklich geschah. Das Ausmaß einer derartigen gezielten Massenvernichtung ist für Menschen, die es nicht erlebt haben, unvorstellbar. Man betrachtet die Baracken, die Todesstiege, die Gaskammern und die Krematorien und man muss sich stets in Erinnerung rufen, dass dieser Irrsinn tatsächlich stattgefunden hat und von einigen sogar bis heute geleugnet wird. Besonders schockierend waren die Berichte über die SS und über den Lageralltag der Häftlinge. Es ist unvorstellbar welche Maßnahmen Menschen treffen, wenn sie von einer Ideologie überzeugt sind. So wurden wahllos Gefangene gequält, gefoltert und schließlich ermordet. Das Ziel war es ganze Bevölkerungsgruppen auszulöschen, weil diese als nicht »lebenswert« angesehen wurden.

Zahlreiche Denkmäler und der »Raum der Namen« zeigen, dass diese Menschen in näherer Zukunft nie vergessen werden und ihre tragischen Schicksale bilden ein Mahnmal für zukünftige Generationen. Aus der Führung ging auch klar hervor, dass die Zivilbevölkerung wusste, dass es derartige Lager gibt. Bevor man diese Menschen verurteilt, sollte man sich aber stets selbst fragen, ob man bereit gewesen wäre, das eigene Leben und das seiner Verwandten aufs Spiel zu setzen für den Widerstand. Wichtiger wäre es faschistische Strukturen im Keim zu ersticken, damit derartige Massenvernichtung nie wieder auftritt.

Die Exkursion hat sicherlich zahlreiche Eindrücke hinterlassen, allerdings ist es als aufgeklärter Mensch unmöglich nachvollziehbar, was damals geschehen ist. Die Gedenkstätte sollte als ewiges Mahnmal für die Zukunft ihren Platz haben – vor allem in Zeiten, in denen viele Personen wieder mit rechtem Gedankengut sympathisieren.

»Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.«

(George Santayana, Philosoph und Schriftsteller)

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Geschichte und politische Bildung