Zu Gast

Zeitzeugin Hermine Liska machte Schüler/-innen nachdenklich

OStR Mag. Dr. Harald Hitz – 14.5.2005 – 1 Foto – 628 Aufrufe

 

Anlässlich des so genannten »Bedenkjahres« 2005 sprach die Zeitzeugin Hermine Liska am 10. Mai 2005 in allen vierten Klassen im Geschichte und Sozialkunde-Unter­richt über ihre Erlebnisse während der Nazizeit.

Hermine Liska (Jahrgang 1930) wuchs auf dem Bergbauernhof ihrer Eltern in der Nähe von St. Veit/Glan in Kärnten auf. Die Probleme begannen nach dem »Anschluss« 1938, als sie sich weigerte, den Direktor ihrer Volksschule, einen fanatischen Nazi, mit »Heil Hitler« zu begrüßen. Ihre Eltern, gläubige Zeugen Jehovas (damals als Bibelforscher bezeichnet), hatten ihr diesen Gruß verboten. Da sie sich strikt an dieses elterliche Verbot hielt, begann ihr Leidensweg – zunächst in der Volksschule, wo sie trotz positiven Zeugnisses gegen alle Rechtsvorschriften nicht in die Oberstufenklasse aufsteigen durfte! 1940 wurde ihren Eltern die Erziehung ihrer Tochter entzogen: Hermine kam zunächst in ein Internat nach Feldkirchen (Kärnten), später in eines nach München. Trotz aller Widrigkeiten weigerte sich das Mädchen bis zum Ende der Schulpflicht, den so genannten »deutschen Gruß« zu verwenden und nahm lieber Bestrafungen, wie etwa Essensentzug, auf sich.

Frau Liska schilderte sehr anschaulich und lebhaft ihre Erlebnisse, erzählte von ihrem Bruder, der in das KZ Dachau eingeliefert wurde, sowie vom unglaublichen Verhalten anderer Landwirte in ihrem Heimatort, die die Bibelforscher-Familie immer wieder bei den Nazi-Bossen denunzierten, um deren Grundstücke eventuell billig erwerben zu können.

Frau Liska, die sehr persönlich und plakativ die Erlebnisse ihrer Jugendzeit schilderte, hinterließ bei allen Schülerinnen und Schülern einen tiefen Eindruck.

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Geschichte und politische Bildung